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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 529 mal aufgerufen
 Dies und Das
Holger Offline

Forum-Profi

Beiträge: 654

21.05.2008 18:47
Fragen und Gerüchte rund um Recht und Gesetz antworten

Wer kennt das nicht? Im Straßenverkehr gibt es nun mal eine handvoll Regeln, die leider nicht immer so glaskar sind, bzw. auch ein paar Fallen verbergen. Da kann man sich schon mal schnell irren und schon ist man mal eben ein paar Euro los. In diesem Thread könnt ihr mal eure Fragen zu einigen Sachverhalten und Problemen zur Straßenverkehrsordnung einstellen. Wir werden versuchen rechtsverbindliche Aussagen zu bekommen. Denn, nichts ist schlimmer als gefährliches Halbwissen.

LG
Holger

Tue zuerst das Notwendige,
dann das Mögliche,
und plötzlich schaffst Du das Unmögliche !

Joaquim Maria Machado de Assis

oder

Mach zuerst das Unmögliche möglich, dann erübrigt sich das Notwendige.
Kathrin Obert

Henning Offline

Stammgast


Beiträge: 94

29.09.2008 11:21
#2 RE: Fragen und Gerüchte rund um Recht und Gesetz antworten

Darf ich in einer 30er-Zone mit dem Fahrrad schneller fahren?

Holger Offline

Forum-Profi

Beiträge: 654

29.09.2008 11:36
#3 RE: Fragen und Gerüchte rund um Recht und Gesetz antworten
Hallo Henning,

nein, darfst Du nicht. Der § 41 Zeichen 274 StVO spricht in diesem Fall von "Fahrzeugen aller Art". Das Fahrrad ist ein Fahrzeug und somit gilt das Zeichen auch für den Radfahrer.

Innerhalb einer geschlossenen Ortschaft (Ortseingangsschild) darfst Du mit Deinem Fahrrad aber schneller als 50 km/h fahren. Der § 3 Abs. 3 StVO spricht in diesem Fall von "Kraftfahrzeugen". Da Dein Rad im Umkehrschluss kein Kraftfahrzeug ist, gilt in diesem Fall der
In Antwort auf:
§ 3 Geschwindigkeit
(1) Der Fahrzeugführer darf nur so schnell fahren, dass er sein Fahrzeug ständig beherrscht. Er hat seine Geschwindigkeit insbesondere den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie seinen persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen. Beträgt die Sichtweite durch Nebel, Schneefall oder Regen weniger als 50 m, so darf er nicht schneller als 50 km/h fahren, wenn nicht eine geringere Geschwindigkeit geboten ist. Er darf nur so schnell fahren, dass er innerhalb der übersehbaren Strecke halten kann. Auf Fahrbahnen, die so schmal sind, dass dort entgegenkommende Fahrzeuge gefährdet werden könnten, muss er jedoch so langsam fahren, dass er mindestens innerhalb der Hälfte der übersehbaren Strecke halten kann.




Wenn Du also mit 100 km/h durch Twisteden knallst, dürfe das rechtlich kein Problem sein, sofern Du Dein Rad beherrscht.

Sollte innerhalb der geschlossenen Ortschaft wieder dieses Zeichen 274 auftauchen, müsstest Du ganz schnell wieder von 100 km/h auf 30 km/h runter bremsen

LG
Holger

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Kathrin Obert

Holger Offline

Forum-Profi

Beiträge: 654

14.12.2009 13:12
#4 RE: Fragen und Gerüchte rund um Recht und Gesetz antworten

Hallo zusammen,

ihr kennt das vielleicht, bzw. habt das schon mal gesehen.

Ein Radfahrer fährt auf einem Radweg bei rot über eine kombinierte Fuß- Radwegampel. Der Radfahrer wurde bisher dann unglücklicher Weise immer angehalten und durfte dann 25 € zahlen. Das ist jetzt anders.

Jetzt gibt es für diesen Verstoß einen netten Brief in Form eines Bußgeldbescheides. Will heißen:

45 € Bußgeld
ca. 25 € für Auslagen und Gebühren
1 Punkt in Flensburg

In diesem Fall haben diese Punkte aber überhaupt rein gar nichts mit den Punkten der RTF-Wertungskarte zu tun. In diesem Fall ist weniger also mehr .

Also, ímmer schön die Augen auf halten und ab und zu mal nach hinten schauen

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Kathrin Obert

Holger Offline

Forum-Profi

Beiträge: 654

06.07.2011 07:15
#5 RE: Fragen und Gerüchte rund um Recht und Gesetz antworten

Hallo zusammen,

aufgrund eines mehr oder weniger aktuellen Anlasses, bin ich gefragt worden, wie das denn nun so mit Rennradfahren auf der Straße ist. Ich habe da so Schlagworte gehört wie, dass Rennräder unter 11 kg immer auf der Straße fahren dürfen.

Ich möchte das mal zum Anlass nehmen um mal einige Dinge zu berichtigen.

Also...

Grundsätzlich müssen Fahrräder (auch Rennräder) immer auf dem Radweg fahren. Auch wenn der total beschissen ist. Die 11 kg Grenze hat da nichts mit zu tun. Die Pflicht daraus ergibt sich aus dem § 2 (4 ) StVO. Und der kennt leider keine 11 kg Grenze.

Allerdings gibt es hierzu eine Ausnahme. Diese Ausnahme ist dann gegeben, wenn mehr als 15 Radfahrer einen Verband bilden. Ob wir bei den Trainingsfahrten nun gemäß der StVO immer als geschlossener Verband gelten, mögen bitte andere klären. Wie so vieles ist im Recht immer alles Auslegungssache. M.E. aber schon, da wir in der Gruppe alleine schon mit unseren Trikots als einheitliche Gruppe oder Verband zu erkennen sind (ist aber nur meine Meinung und nicht unbedingt rechtsverbindlich!). Aber ich bin nun mal kein Richter und kenne da leider nicht alle Einzelurteile. Alles um den Verband regelt der § 27 StVO.

Die 11 kg Grenze bezieht sich nur auf die Beleuchtung bei Rennrädern. Da gibt der § 67 StVZO (11) mehr Auskunft.

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