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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 218 mal aufgerufen
 RTF-Veranstaltungen
Holger Offline

Forum-Profi

Beiträge: 654

16.06.2008 14:48
Erfahrungsbericht der RTF RSV Lünen v. 14.06.08 antworten
Am 14.06. habe ich an der RTF des RSV Lünen teilgenommen. Die Entscheidung diese RTF zu fahren kam am Samstag sehr kurzfristig, da das Wetter bis dahin noch einigermaßen OK war und ich noch einige Kilometer für den anstehenden Marathon in Rees radeln musste. Zudem wollte ich meine neue Wertungskarte mal gründlich einweihen.
Vorab sei aber gesagt, dass mir diese RTF kräftemäßig alles abverlangt hat. Das hatte allerdings nichts mit dem Streckenprofil und den diversen Aufstiegen zu tun, sondern mehr mit dem Umstand, dass der Gegenwind vom ersten bis zum letzen Kilometer immer anwesend war.

Aber immer schön der Reihe nach.

Wie geschrieben: Samstag morgen, 08:00 Uhr. Das Wetter war ja nun OK und aus diesem Grund kam der Entschluss den Weg nach Lünen anzutreten. Die wichtigste Entscheidung an diese Tag war, dass ich zwei Radlerhosen angezogen habe. So nach dem Motto: „ Wer lange Strecken fährt, kann schon mal lange Schmerzen haben“. Dem wollte ich natürlich vorbeugen.
Nach einer Stunde Fahrt war ich dann gegen 09:20 Uhr in Lünen. Der Start sollte um 10:00 Uhr sein. Lustigerweise kamen mir schon jede Menge Radsportler entgegen geradelt. Der Start wurde wohl zeitlich etwas nach vorne verlegt, was mir im Grunde natürlich auch entgegen kam. Ich kramte meine Sachen aus dem Auto, ging zur Anmeldung und legte dort meine flammenneue Wertungskarte vor. Ja, heute sollten die ersten Punkte eingefahren werden. Ich bekam meinen üblichen Stempelzettel und ab ging die Post. Natürlich waren alle schon unterwegs, so dass ich keine passende Gruppe für mich finden konnte. Nach einem Kilometer kam schon der erste Anstieg. Dieser schien es wohl in sich zu haben, da vor mir zwei Radfreunde abgestiegen sind und ihre Räder den Berg hochschoben. Und schon fragte ich mich, was denn noch so auf mich zukommen würde. Kaum ausgedacht, war es das schon mit dem Anstieg. Es folgte nun eine kleine Abfahrt. An der nun folgenden Kreuzung war ja mal ganz was tolles. Streckenposten haben die Kreuzung gesichert. Es handelte sich hier um eine Kreuzung, die sehr schlecht einzusehen war. An der darauf folgenden Kreuzung war wieder ein Posten. Das zollte meinen größten Respekt und führte viele Pluspunkte mit sich.
Allerdings fuhr ich zu diesem Zeitpunkt immer noch alleine. Irgendwann konnte ich dann vor mir zwei Fahrer sehen, an die ich mich langsam heran arbeiten konnte. Es handelte sich hier um zwei Radsportler der RSG Issum. Das Tempo entsprach leider nicht dem, was ich mir vorgestellt hatte und aus diesem Grund verließ ich die beiden wieder. Wie es der Zufall nun auch wollte, konnte ich sehr schnell Anschluss an eine 4er Gruppe herstellen. Es handelte sich hier um die Altherren Mannschaft der RSV Wellinghofen. Der jüngste dieser Gruppe war 59 und der älteste war 70 Jahre. Ne gute Truppe, die auch gut Tempo machten. Das wären ja ideale Wegbegleiter für mich. Leider stellte sich im Gespräch heraus, dass diese Truppe nicht meine Runde fahren wollten.
Bis zur ersten Kontrolle fuhren wir zusammen. Bei Kilometer dreißig kan dann auch die besagte Kontrollstelle. An der Kontrollstelle ging dann alles ganz schnell. Zettel raus, abstempeln lassen, einen Happen essen und weiter. Denn… die Wolken wurden (links von mir gesehen) immer dunkler. Ich fuhr also wieder alleine weiter und sah vom weiten schon die Streckenteilung. Ich hoffte nur, dass ich nicht nach links, dort wo die dunklen Wolken waren, abbiegen musste. Es kam aber wie es kommen musste. Natürlich musste ich nach links, mitten rein in das nahende Unglück. Es dauerte dann auch keine drei Minuten bis die ersten Regentropfen fielen. In etwas weiterer Entfernung sah ich zwei gelbe Regenjacken, die sich in einem alten Geräteschuppen eines Bauern untergestellt hatten. Aufgrund des nun nahenden Unwetters packte ich mich und mein Rad zu den beiden. Es folgten nun Regen, Hagel, Gewitter, Sturm und alles das, was ein Radsportler nicht braucht.
Nach 20 Minuten setzte ich dann mit einem der beiden Fahrer die Reise fort.
Wie oben schon geschrieben, war auch hier der Gegenwind immer präsent und mein/unserer ständiger Begleiter. Das änderte sich auch nicht, als mein Mitradler bei KM 40 die Streckenteilung nahm und mich mit meinem Wind alleine ließ.
Ich fürchtete nun schon wieder eine sehr lange Alleinfahrt durch das Münsterland. Wer das Münsterland kennt, weiß natürlich, dass auch hier sehr viel plattes Land ist. Landschaftlich also für mich nichts besonderes. Auch die Anstiege, die sich ab und an mal blicken ließen, konnte ich relativ gut meistern. Aber auch hier war es der Gegenwind, der an diesen Anstiegen immer meine Kraft nahm. Es war also deshalb nicht ungewöhnlich, dass ich eine längere Steigung, inkl. Gegenwind natürlich, mit 10 km/h hoch geeiert bin. Das gute an der Sache war, dass die zweite Kontrolle unmittelbar hinter diesem Anstieg war (KM /75). Hier war ich natürlich wieder alleine. Auf meine Frage: „Wie viele waren schon hier?“, erwiderte der Stempelmeister. „ Du bist der elfte“. Nun war guter Rat teuer. Sollte ich alleine weiter fahren oder auf einen weiteren Fahrer warten der vielleicht nie kommen wird? Egal, erstmal was essen, trinken und ein bisschen mit den beiden Stempelmeistern quatschen. Und siehe da, alles richtig gemacht. Es kam noch in der Tat ein weiterer Fahrer zur Kontrolle. Nun sollte es doch kein Problem mehr sein die restlichen paar Kilometer zu fahren. Mit „Alex“, ein Ur-Münchner der seit einiger Zeit hier lebt, fuhr ich dann weiter. Wir wechselten uns in der Führungsarbeit ab. So dass wir uns ab und an mal vom Gegenwind erholen konnten.
Während unserer Fahrt teilte mir Alex mit, dass er am folgenden Sonntag noch einen Marathon fahren wolle und diese Strecke mal eben zum „aufwärmen“ fährt. „HUT AB"! Heute so eine Höllentour und dann morgen in Ronsdorf den Marathon.
Während unserer weiteren Gespräche vernahmen wir merkwürdige Klimpergeräusche von meinem Hinterrad. Natürlich, es war mal wieder eine Speiche gebrochen. Und das kurz vor der nächsten Kontrolle. Als ich an der Kontrolle angeklimpert kam, machten sich die drei Stempelmeister direkt an das Rad und drehten mir die kaputte Speiche raus. „Super Sache Männer, ihr seit die besten“! Mit viel Lob und Dank setzen Alex und ich die Fahrt dann wieder weiter. Es folgte nun wieder eine Strecke mit Regen, Gegenwind und wenigen Highlights. Nach weiteren 25 km kam dann auch meine letzte Kontrolle. Bis dahin hatten wir uns in der Führungsarbeit immer brav abgewechselt. Aber nach dieser Kontrolle war dann auch für mich Feierabend. Da ich dem Wind natürlich mehr Angriffsfläche geboten habe, war ich natürlich eher platt. Die restliche Führungsarbeit wurde von Alex gemacht, worüber ich ihm heute noch dankbar. Zum Schluss kam noch eine Steigung und die Abfahrt zum Ziel.
Am Ziel angekommen habe ich folgende Daten auf meinem Tacho gehabt:

Strecke: 152,85 km
Durchschnittesgeschwindigkeit: 27,8 km/h
Zeit: 5:29,18 Stunden

Zu guter Letzt haben Alex und ich noch was getrunken, gegessen und noch eben gequatscht.

Und nicht zu vergessen!! Meine Wertungskarte weißt die ersten 4 Punkte auf!

LG
Holger

Tue zuerst das Notwendige,
dann das Mögliche,
und plötzlich schaffst Du das Unmögliche !

Joaquim Maria Machado de Assis

oder

Mach zuerst das Unmögliche möglich, dann erübrigt sich das Notwendige.
Kathrin Obert

Rainer-Nehls ( Gast )
Beiträge:

16.06.2008 15:15
#2 RE: Erfahrungsbericht der RTF RSV Lünen v. 14.06.08 antworten
Hallo Holger,

ein sehr guter RTF-Bericht, den Du hier eingestellt hast
Ich habe im Internetportal der WAZ zu Deiner Leistung noch einen Bericht gefunden:

350 Radfahrer trotzen dem Wetter
Erneut lud das Münsterland zu einer Radtouristik ein. Der Radsportclub RSV Lippe organisierte erneut für die 350 Teilnehmer eine gelungene und abwechslungsreiche Rundfahrt.

Es gibt sogar einen Beweis Deiner Anwesenheit:



Gruß Rainer
Henning Offline

Stammgast


Beiträge: 94

18.06.2008 15:47
#3 RE: Erfahrungsbericht der RTF RSV Lünen v. 14.06.08 antworten
Hut ab
meinen höchsten Respeckt

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