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Dieses Thema hat 24 Antworten
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 Brevets
Holger Offline

Forum-Profi

Beiträge: 654

21.03.2011 14:32
300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 (mit Bericht) antworten

Ich möchte dann gerne Werner's P.S. aus dem 200er Brevet Bericht

Zitat
PS: Der 300 km Brevet „3-Länder-Tour: aufs Hohe Venn“ wird am 16.04.2011 um 8 Uhr gestartet. Anmeldeschluss ist der 3.4.2011.



aufnehmen und hier schon mal den Thread für den 300er Brevet eröffnen.

Die Chance der Mitfahrer wird mit Sicherheit nicht größer werden. Alleine werde ich da aber auch nicht fahren.
Also?

Als Anlage seht ihr schon mal die Streckenbeschreibung

Tue zuerst das Notwendige,
dann das Mögliche,
und plötzlich schaffst Du das Unmögliche !

Joaquim Maria Machado de Assis

oder

Mach zuerst das Unmögliche möglich, dann erübrigt sich das Notwendige.
Kathrin Obert

Dateianlage:
Brevetstrecke 300k-2oo9.pdf
Atilla Offline

Ist öfters hier

Beiträge: 20

25.03.2011 21:41
#2 RE: 300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 antworten

Hallo "Bergfloh"!

Nach reiflichem Überlegen habe ich mich dazu entschlossen mitzufahren

Ich gehe mal davon aus, dass ich Ulf auch noch dazu überreden kann
Wir sehen uns am Sonntag.

Bis denne

Gruß

Ralf

Werner Offline

Forum-Profi

Beiträge: 321

25.03.2011 22:37
#3 RE: 300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 antworten

Na ja, dann sind wir ja schon zu dritt.
Wer hätte das gedacht
Gruß Werner

Holger Offline

Forum-Profi

Beiträge: 654

26.03.2011 08:56
#4 RE: 300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 antworten

Hallo zusammen,

Zitat
Hallo "Bergfloh"!

.

Danke für die Blumen... Wenn ich dann in der Eifel die Berge hocheiere, komme ich mal darauf zurück .

Es ist doch schön wieder ein paar Mitstreiter zu haben. Ich kann nur echt sagen, dass es alleine keinen Sinn macht. Und wie wir ja gesehen haben, waren bei dem 200er Brevet gerade am Ende sehr viele Einzelfahrer unterwegs. Ich denke Ulf wird mich Sicherheit auch fahren. Vielleicht fahren Karl und Stephan ja auch noch mit.

Also Ulf, Karl und Stephan... Jetzt seit ihr dran .

Tue zuerst das Notwendige,
dann das Mögliche,
und plötzlich schaffst Du das Unmögliche !

Joaquim Maria Machado de Assis

oder

Mach zuerst das Unmögliche möglich, dann erübrigt sich das Notwendige.
Kathrin Obert

Holger Offline

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29.03.2011 12:02
#5 RE: 300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 antworten

Hallo zusammen,

sollten wir ab dem Bereich Geilenkirchen, Heerlen, Eupen bis hin nach Düren größere Probleme haben (z.B. ein technischer Defekt den wir nicht beheben können), steht ein Kollege von mir aus Düren mit seinem PKW bereit und wird dann bei Bedarf dann mit seinem Auto kommen.

Wir gehen aber mal davon aus, dass nichts passieren wird

Tue zuerst das Notwendige,
dann das Mögliche,
und plötzlich schaffst Du das Unmögliche !

Joaquim Maria Machado de Assis

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Kathrin Obert

Atilla Offline

Ist öfters hier

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29.03.2011 19:24
#6 RE: 300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 antworten

Hallo Holger,

wir habe ja Ulf als Supermechaniker dabei (das meine ich ernst!), so dass ein Fahrrad schon auseinanderfallen müsste, damit es nicht mehr weiter geht .

Ansonsten find ich die angebotene Hilfe toll
DAnke und Gruß

Ralf

Holger Offline

Forum-Profi

Beiträge: 654

30.03.2011 07:33
#7 RE: 300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 antworten

Also, wenn ich mir um eines nichts Gedanken machen muss, dann um Ulf's Fähigkeiten als Mechaniker .

Aber hoffen wir einfach mal, dass weder Ulf noch mein Kollege eingreifen müssen .

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Kathrin Obert

Werner Offline

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04.04.2011 18:48
#8 RE: 300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 antworten

So, die Strecke des 300km Brevet habe ich auf gpsies.com eingestellt. Wer wissen will, wo wir uns am 16.04.11 herumtreiben wollen, muss den folgenden Link öffnen: http://www.gpsies.com/viewTracks.do?file...bbpluhlppcgjdhn.

Gruß Werner

Ulf Offline

Kennt sich schon aus

Beiträge: 42

06.04.2011 22:05
#9 RE: 300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 antworten

An alle, die am 16.4. leiden werden,
ich habe mich natürlich auch angemeldet.
Wir sehen uns dann spätestens am 16. in Wankum.

sonnige Grüße
Ulf

Ulf Offline

Kennt sich schon aus

Beiträge: 42

06.04.2011 22:37
#10 RE: 300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 antworten

Hallo Holger,
ich finde es wirklich super, dass dein Kollege Hilfe bei größeren Problemen angeboten hat. Man hat ja auch nur Werkzeug für kleinere Reparaturen dabei. Ich hoffe natürlich, dass wir seine Hilfe nicht in Anspruch nehmen brauchen und ohne Defekte die "kleine gemütliche Runde" überstehen werden.

Gruß Ulf

Werner Offline

Forum-Profi

Beiträge: 321

11.04.2011 23:53
#11 RE: 300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 antworten

Bin heute Abend mal von 20 Uhr 30 bis 22 Uhr 15 mit dem Rad unterwegs gewesen, um die Beleuchtungseinrichtung und meine Ausrüstung testen zu können. Die Beleuchtung, eine Sigma Powerled, gibt wirklich gutes Licht schon bei mittlerer Stufe. Als gute Investition hat sich meine "Grubenlampe" = Helmlampe herausgestellt Damit hatte ich genügend Licht, um meinen Garmin dauerhaft ablesen zu können. Als Kurvenlicht und Ausleuchtung direkt vor dem Rad oder um das Umfeld auszuleuchten, möchte ich sie auch nicht missen. Mal sehen, wie das mit der Haltbarkeit der Batterien ist. Werde genügend Ersatz mitnehmen. Zur passiven Sicherheit hatte ich eine (wärmende) Sicherheitsjacke mit Reflektorstreifen an und zusätzlich Reflektorstreifen an den Knöcheln. Mit dieser Ausrüstung habe ich mich immer sicher gefühlt und wurde auch immer mit genügend Abstand von Autos überholt. Die Nachtfahrt hat sogar richtig Spaß gemacht . War eine ganz neue Erfahrung für mich. Bin mal gespannt, wie das am Ende eines langen Tages ist .

Gruß Werner

Holger Offline

Forum-Profi

Beiträge: 654

12.04.2011 11:36
#12 RE: 300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 antworten

Das Wetter soll ja doch ganz gut werden.

Hier mal ein paar Wetterinfos für: Wankum

Hier mal ein paar Wetterinfos für: Aachen

Hier mal ein paar Wetterinfos für: Schleiden

Hier mal ein paar Wetterinfos für: Düren


Hier dann noch das aktuelle: Regenradar

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Joaquim Maria Machado de Assis

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Kathrin Obert

Werner Offline

Forum-Profi

Beiträge: 321

18.04.2011 13:13
#13 RE: 300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 antworten

Kurze Meldung: Holger, Ralf, Ulf und ich haben zusammen einen schönen Tag auf dem Rennrad verbracht (von 8 Uhr bis ca. 22 Uhr 30) und sind etwas müde, aber ansonsten zufrieden nach 300 Kilometern am letzten Samstag wieder in Wankum angekommen. Mir hat es Spaß gemacht. Später vielleicht mehr.

Gruß Werner

Henning Offline

Stammgast


Beiträge: 94

18.04.2011 23:15
#14 RE: 300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 antworten

Hallo Ihr "Verückten"

Hut ab vor eurer Leistung
ich verneige mich vor eurer leistung und bewundere euch.
Ich persönlich würde mich über einen Bereicht eurer Tour freuen.

300 km mit dem Fahrrad an einem Tag, IHR SEIT VERRÜCKT aber wow, mir fehlen die Worte vor Bewunderung

Henning

Werner Offline

Forum-Profi

Beiträge: 321

19.04.2011 08:45
#15 RE: 300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 (mit Bericht) antworten

Brevet 300 km Wankum „3-Länder-Tour“ am 16.April 2011

Vorbemerkung: Die Kurzfassung dieses Berichtes steht in meinem vorherigen Beitrag!

Hier folgt meine subjektiv gefärbte Langfassung!

Nach dem 200er Brevet am 19.03.2011 war ich mir gar nicht so sicher, ob ich auch den 300er Brevet in Angriff nehmen sollte. Bei der Ankunft abends um 18 Uhr in Wankum konnte ich mir einfach nicht vorstellen, noch mal 100 km an diese Strecke anzuschließen und erst in der Dunkelheit wieder anzukommen. Nach ein paar Tagen stand für mich aber fest, dass ich den Versuch unternehmen würde. Ich war davon überzeugt, dass ich es bei normalen Wetterverhältnissen schaffen konnte. Die Gelegenheit, etwas Neues auszuprobieren, wollte ich mir nicht entgehen lassen. Holger stand als Mitfahrer fest und bald danach auch Ralf und Ulf. Wer hätte das gedacht.
Anhand der Streckenbeschreibung, die uns der Organisator Michael vorab zur Verfügung stellte, habe ich dann auf gpsies.com den Streckenverlauf zusammengestellt und von Michael prüfen lassen. So stand jetzt ein Track zur Verfügung, den wir auf unsere Garmin-Geräte überspielen konnten. Den Link zu diesem Track hat Michael dann allen mitgeteilt, die sich zum 300er Brevet angemeldet hatten. Hier ist der Link: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=cbbpluhlppcgjdhn.
Das konnte ich in den nächsten Tagen an den Zugriffszahlen ablesen. Der Track wurde über 350mal heruntergeladen. Mir scheint, dass eine große Zahl von Randonneuren nicht mehr auf dieses moderne Hilfsmittel verzichten will. Für mich hatte das Erstellen der Strecke den großen Vorteil, dass ich mich mehr und mehr in den Streckenverlauf hineindenken konnte. Ich fühlte mich jeden Tag sicherer, dass ich es schaffen könnte. Daneben habe ich mir auch Berichte von Brevet-Teilnehmern aus den vergangenen Jahren durchgelesen. So konnte ich auch von den Erfahrungen, die andere vor mir gemacht haben, einiges lernen.

Da die 300 km Tour vermutlich erst in der Dunkelheit zu Ende sein würde, besorgte ich mir einen guten Scheinwerfer, eine Helmlampe und eine Batterienotversorgung für mein Edge 305. An meinem Rad habe ich den notwendigen Kassettentausch, Kettenwechsel und Schlauch- und Reifenwechsel vornehmen lassen, sodass unter normalen Umständen es nicht an der Technik scheitern sollte. Schwieriger war schon die Überlegung, was ich sonst noch mitnehmen sollte und womit. Schon beim 200er Brevet hatte ich gesehen, dass es viele Minimalisten gibt, die mit wenigem Zubehör auskommen. Dazu gehöre ich aber nicht. Ich habe mich für die Mitnahme eines Rucksacks entschieden, da ich hiermit auch beim 200er keine Probleme hatte. So konnte ich ein paar Sachen mehr einpacken, als vielleicht unbedingt notwendig. Da tagsüber überraschend Temperaturen bis zu 17 °C vorhergesagt waren, andererseits aber für etliche Stunden auch Temperaturen unter oder bis 10 °C herrschen würden, hatte ich die Qual der Wahl, was ich anziehen sollte. Letztlich entschied ich mich dann für eine ¾ Hose, normales Trikot mit Unterhemd und Armlingen. Darüber habe ich dann eine Fleece-Jacke (Sicherheitsjacke) getragen. Zum Wechsel habe ich dann noch eine Windweste und eine lange Hose im Rucksack mitgeführt. Auf Regenzeug konnte man verzichten. Die Fleece-Jacke habe ich dann den ganzen Tag anbehalten. In den Anstiegen am Tag wurde es zwar etwas wärmer, in den Abfahrten kühlte ich jedoch nicht aus. Für mich war es wichtig, dass ich damit den ganzen Tag und während der Dunkelheit meine Wohlfühltemperatur hatte.

Am Samstagmorgen (16.04.11) so gegen 7 Uhr 30 waren Holger, Ralf, Ulf und ich dann bei der Anmeldung in Wachtendonk - Wankum am Sportplatz und holten unsere Stempelkarte und die Streckenbeschreibung ab. Ein Zitat von J.W. von Goethe hatte Michael der Streckenbeschreibung vorangestellt: „Es wechselt Pein und Lust. Genieße, wenn du kannst, und leide, wenn du musst.“ Im Nachhinein denke ich, dass man mit diesem Satz durchaus ein 300er Brevet beschreiben kann.

Kurz nach 8 Uhr gab Michael nach einer kurzen Ansprache die Strecke für ca. 100 TeilnehmerInnen frei. Wie schon beim 200er zog ein langer Lindwurm von Radfahrern und einigen Velomobilen über die Landstraße und Nebenstraßen Richtung Grefrath und Dülken. Schon bald bildeten sich einige größere Gruppen, die im Fahrtempo zusammenpassten. An Wegberg vorbei ging es durch Hückelhoven und Geilenkirchen bis zur niederländischen Grenze bei Landgraaf. Ab sofort waren Radwege wieder „Pflicht“. Durch Kerkrade erreichten wir dann nach ca. 88 Kilometern die erste Kontrollstelle – eine Tankstelle – im Stadtkern von Simpelveld. Es war etwa 11 Uhr 45 und die Zeit war im Fluge vergangen.

Kurz nach 12 Uhr machten wir „Twistedener“ uns wieder auf den Weg, nachdem wir uns mit Getränken und Kleinigkeiten zum Essen versorgt hatten. Auf den kommenden Streckenteil westlich von Aachen durch Süd-Limburg und Ostbelgien freute ich mich schon besonders, da mir diese Gegend schon bei der RTF Dorff und dem Fleche de l’Est gut gefallen hat. In der Nähe von Vaals trafen wir dann auf Tausende von Rennradfahrern, die bei der Toerversie des Amstel Gold Race unterwegs waren. Aber wir schafften es, auch gegen den Strom zu schwimmen, die Straßen waren ja nicht gesperrt. Ab der nächsten Kreuzung mussten wir dann jedoch etwa einen Kilometer mit der Masse einen etwa 6 % steilen Hügel erklimmen, wie es sie hier in großer Anzahl gibt. Nach 101 km passierten wir um 12 Uhr 40 bei Gemmenich die nicht sichtbare Grenze zwischen den Niederlanden und Belgien. Bei Moresnet/Kelmis unterfuhren wir einen imposanten Viadukt. Auf eine geschichtliche Kuriosität stößt man, wenn man sich mit der Geschichte dieses Landstrichs befasst (Suchwort Neutral-Moresnet bei Wikipedia oder google). Über Welkenraedt, das Holger und mir vom Fleche de l’Est bekannt war, erreichten wir Eupen im deutschsprachigen Ostbelgien. Aus Eupen heraus ging es jetzt ab km 121 und 270 m Höhe stetig hinauf vorbei an Baraque Michel zu unserem Zwischenziel und Kontrollpunkt, dem Signal de Botrange bei km 137,5 und 694 m Höhe. Damit hatten wir das Hohe Venn und den höchsten natürlichen Punkt Belgiens erreicht. Auf diesem Anstieg, der sich ewig lange hinzog, wurden wir zu Einzelkämpfern, wo jeder in seinem Tempo nach oben fuhr. Ich war um 13 Uhr 55 oben. Währen andere Randonneure im Restaurant ein warmes Essen zu sich nahmen, begnügten wir uns mit dem Kauf von Getränken und eigenen Vorräten. Nach etwa 20 Minuten Pause, die gut taten, machten wir uns auf den zweiten Teil der Tour, wo es - zumindest statistisch gesehen – höhenmäßig nur noch abwärts gehen sollte.

Über Sourbrodt, Elsenborn und Wirtzfeld, dem Wendepunkt der Strecke nach 154 km, erreichten wir um 16 Uhr 30 nach 165 km die wiederum unsichtbare Grenze zwischen Belgien und Deutschland. Über Schöneseifen ging es jetzt in flotter Fahrt bergab bis nach Schleiden, wo wir nach 178 km um 17 Uhr die letzte Kontrollstelle – eine Tankstelle – erreichten. Auch hier war wieder das Wichtigste der Getränkenachschub und Kleinigkeiten zum Essen zu besorgen. Außerdem konnte man sich auf die kühleren Abendstunden einstellen. Das Beste aber war, dass wir DJK’ler immer noch als intakte Gruppe zusammenhielten. Bisher hatten wir von Kontrollpunkt zu Kontrollpunkt gedacht. Jetzt galt es, „nur noch“ die letzten 125 km zu fahren. Erstaunlicherweise fand keiner von uns das irgendwie beängstigend. Ralf bereitete uns auf die nächste Steigung bei Gemünd vor, die nach etwa 5 km auf uns wartete. Der etwa 7 % Anstieg war schön, aber nach so vielen Kilometern auch schön schwer. Hier merkte ich jedes Pfund, das ich in meinem Rucksack hatte. Ralf und Ulf waren als erste oben. Gemeinsam ging es dann nach kurzem Verschnaufen in die immer rasanter werdende Abfahrt bis nach Heimbach. In der Ortsmitte an der Rurbrücke war der Track nicht mehr eindeutig, sodass Holger und ich erst mal nachschauen mussten, in welche Richtung es weiter ging. Zuhause konnte ich dann feststellen, dass der auf google maps erstellte Track wegen zu großer Generalisierung in der Kartendarstellung des Straßenverlaufs an der Rur vom tatsächlichen Verlauf merklich abwich. Das Kartenwerk von microsoft ist hier genauer. Das ärgerte uns etwas, da wir auch noch einige Zeit vor einer Baustellenampel warten mussten. Weiter gings in das schön gelegene Eifelstädtchen Nideggen, aber auch hier mussten wir erst noch einen längeren Anstieg fahren. Dort trafen wir auch wieder auf Ralf und Ulf, die auf uns gewartet hatten. Es war jetzt 18 Uhr 50 und 207 km lagen hinter uns, also „nur“ noch 95 km vor uns. Keiner hatte Bedenken, dass wir das nicht auch noch gemeinsam schaffen würden. Wir waren ja schließlich auf 300 km eingestellt.

Wenn ich mich recht erinnere, sind wir von hier aus ohne Pause – mit Ausnahme von Ampelstops – bis nach Wankum durchgefahren. Bei der Fahrt über Düren und Erkelenz wurde unsere Gruppe mit der Zeit immer größer und irgendwann fanden wir auch ein Tempo, das für alle tragbar war, sodass wir fast bis zum Schluss zusammenblieben. Ab Stadtgrenze Erkelenz begann um 21 Uhr nach 263 km die Nacht für uns. Fast alle Mitfahrer waren hervorragend hierauf vorbereitet, sodass wir als Einzelne und auch als Gruppe sehr gut auf den Straßen erkennbar waren. Diese teilweise anstrengende Nachtfahrt in der ziemlich stillen Gruppe, die voll konzentriert fuhr, war für mich ein neues Erlebnis. Wenn man Rücklichter in der Ferne sah, dachte man direkt an andere Randonneure, die wie wir auf den letzten Kilometern unterwegs waren. Bei und hinter Wegberg waren wir auf Strecken unterwegs, die wir morgens schon in umgekehrter Richtung gefahren waren. Nach 279 km erreichten wir um etwa 21 Uhr 40 die Kreuzung Eicken. Ab hier verlief der Rückweg anders als der Hinweg. Vor uns lagen noch Boisheim, Lobberich und Hinsbeck. Im Ortskern von Hinsbeck wartete dann noch eine letzte Steigung auf uns, im Vergleich zu den ca. 2.200 gefahrenen Höhenmetern ein kleiner Maulwurfshügel. Die bis dahin harmonierende Gruppe zerfiel schlagartig. Ich hatte keine Energie mehr, um noch mal auf den letzten Kilometern an die Gruppe heranzufahren, obwohl die roten Rücklichter vor uns tanzten. Holger, der auf den letzten 80 Kilometern viel Führungsarbeit in der Gruppe geleistet hatte, blieb auf diesen letzten Kilometern bei mir, sodass wir alle fast gemeinsam nach pannenfreier Fahrt wieder in Wankum angekommen sind. Als ich die Aufzeichnung meines Garmin stoppte, war es 22 Uhr 36 und ca. 303 km lagen hinter uns. Ein dickes Dankeschön an Michael und Moni, die ein solches Brevet organisiert haben. Mit der, wie wir gehört haben, schon legendären Gulaschsuppe endete für mich und für uns ein zwar anstrengender, aber erlebnisreicher Tag.

Fazit: Auch diesmal war der Zusammenhalt der Gruppe wieder das prägende Erlebnis. Auch unter den Randonneuren gibt es manche, die ihr Ziel alleine erreichen. In der Regel sieht man jedoch meist kleine Gruppen, die zusammenfahren. Die Strecke ist für ein 300er Brevet sehr schön zusammengestellt und gut fahrbar, auch wenn hier und da aufgrund von Straßenschäden erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich ist. Die Fahrt durchs Hohe Venn und die Eifel verlangen eigentlich nach Wiederholung. Beeindruckt hat mich die Nachtfahrt in der Gruppe, die aus meiner Sicht sehr problemlos vonstattenging. Die überholenden Autos haben meistens sehr rücksichtsvoll agiert.
Ich bin erstaunt, wie gut ich die Strapazen weggesteckt habe. Jetzt kann ich besser verstehen, dass andere Randonneure(m +w) tatsächlich in der Lage sein können, noch viel höhere Kilometerleistungen zu erbringen. Für mich ist die 300er Strecke das Ende der Fahnenstange, aber eine Wiederholung schließe ich nicht aus.

Den unbekannten und bekannten MitfahrerInnen wünsche ich auf dem weiteren Weg zu „Paris-Brest-Paris“ viel Erfolg.

PS: Das 400 km Brevet „Auf den Spuren von Eddy Merckx: Hohes Venn und Ardennen“ findet am Sa. 14.Mai 2011 statt. Anmeldeschluss ist der 1.Mai 2011.

PPS: Bilder folgen.

Gruß Werner

Angefügte Bilder:
Brevet 300 km 16.04.2011 Karte.jpg   Brevet 300 km 16.04.2011 Höhe - Distanz.jpg  
StephanT Offline

Stammgast

Beiträge: 57

19.04.2011 10:41
#16 RE: 300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 (mit Bericht) antworten

Hallo Ihr Vier,
Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Leistung!
Meine Hochachtung!
Stephan

PS: Werner, nett geschriebener Bericht!

Holger Offline

Forum-Profi

Beiträge: 654

19.04.2011 11:32
#17 RE: 300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 (mit Bericht) antworten

Werner...

erstmal vielen Dank für Deinen doch eher objektiven Bericht. Ich denke das trifft schon alles zu was Du geschrieben hast. Zumindest teile ich Deine Eindrücke.

Viel hinzufügen kann ich leider nicht. Werner hat schon alles super beschrieben. Besonders hervorheben möche ich auch die gute DJK-Teamarbeit.
Gerade am Anfang war es wirklich nicht einfach passende Gruppen zu finden. Teilweise empfand ich es schon mehr als gefährlich in einer größeren Gruppe zu fahren. Es wurde in 3er Reihen oder einfach auch mal wild durch die Gegend von hinten nach vorne gefahren. Irgendwann war man von der Fahrt in einer solchen unhomogenen Gruppe einfach nur genervt. Das war m.E. der Hauptgrund, warum wir vier ab der ersten Kontrolle dann alleine gefahren sind. Auch die Absprachen in der Gruppe liefen gut. Es wurde vereinbart, dass an den Anstiegen jeder sein Tempo fährt und am Ende des Anstieges gewartet wird. Ulf und Ralf, die sich meines Erachtens als Bergziegen geoutet haben, waren immer als erstes oben und haben dann auch immer auf Werner und mich gewartet. Das war so ein bisschen auch der Schlüssel zu unserer tollen und erfolgreichen Fahrt. Es ist schon ein großer Unterschied, ob man alleine eine solche Strecke fährt oder ob man diese in einem Team bewältigt.

Wie gesagt, ich habe dem Bericht von Werner nicht viel hinzuzufügen.

Allerdings, eine Sache habe ich noch:

Zitat
Für mich ist die 300er Strecke das Ende der Fahnenstange,



Werner, bist Du Dir da ganz sicher???

@ Henning: Ein bisschen verrückt muss man schon sein. Das hat mir auch der eine oder andere Randonneuer bestätigt

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Kathrin Obert

Werner Offline

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19.04.2011 23:56
#18 RE: 300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 (mit Bericht) antworten

Bilder zum 300er Brevet

Hier sind einige Fotos, die ich beim Start in Wankum und unterwegs in Südlimburg(NL), in Ostbelgien und im Hohen Venn geschossen habe.

Gruß Werner

Angefügte Bilder:
x003.jpg   x024.jpg   x025.jpg   x027.jpg   x028.jpg   x005A.jpg   x006.jpg   x007A.jpg   x015.jpg   x020.jpg   x021A.jpg   x022.jpg   x023.jpg  
Holger Offline

Forum-Profi

Beiträge: 654

22.04.2011 18:12
#19 RE: 300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 (mit Bericht) antworten

Hallo zusammen,

vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an Peter Zinner. Er hat uns zum 200er Brevet ein paar freundliche Zeilen geschrieben.
Hie wars: 200er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 19.03.2011 (mit Bericht)

Peter ist ja nun ein alter Hase bei den Randonneuren und hat es sich nicht nehmen lassen uns auch zum 300er Brevet ein paar freundliche Zeilen zu schreiben.

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Angefügte Bilder:
PeterII.jpg   PeterI 001.jpg  
Ulf Offline

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22.04.2011 23:47
#20 RE: 300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 antworten

Hallo Holger,
wie soll ich denn das verstehen mit Getränke nicht bezahlt? Wenn ich mich so erinnere, hat keiner von uns in diesem Lokal gesessen und Getränke bestellt!!!
was soll das?

Ulf

Holger Offline

Forum-Profi

Beiträge: 654

23.04.2011 06:57
#21 RE: 300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 antworten

Hallo Ulf,

natürlich hat keiner von uns Getränke bestellt und auch keiner die nichtbestellten Gertränke bezahlt.
Peter hat wohl eine besondere Art von Humor.

Hast Du schon um den Kartenrand gelesen. Da stehen auch noch einige Sätze quer und auf dem Kopf.
Also keine Sorge, da kommt nix nach. Er möchte wohl nur mal mit uns ein Bier trinken .

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Kathrin Obert

Ulf Offline

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23.04.2011 13:51
#22 RE: 300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 antworten

Hi Holger,
ich habe jetzt mal einen Kopfstand vor meinem Bildschirm gemacht und auch den Rand gelesen....

Gruß (auch an Peter)
Ulf

Werner Offline

Forum-Profi

Beiträge: 321

01.05.2011 19:26
#23 RE: 300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 (mit Bericht) antworten

Hallo Holger, Ralf und Ulf,

am 300er haben auch Kirsten und Frank teilgenommen. Vielleicht habt ihr sie auch unterwegs gesehen. Ich habe die Beiden an der Kontrolle in Simpelveld gesehen, wie ich nachträglich festgestellt habe. Sie betreiben eine eigene Webseite, auf der neben vielen anderen Langstreckentouren auch ein Bericht zum 300er steht. Für den Bericht habe u.a. auch ich meine Fotos zur Verfügung gestellt, da sie selbst keine gemacht hatten. Hier ist der Link: http://greenhorn-team.de/Wankum.html. Schaut mal rein, ich find es ganz interessant.

Gruß Werner

Holger Offline

Forum-Profi

Beiträge: 654

02.05.2011 19:01
#24 RE: 300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 (mit Bericht) antworten

Hallo Werner,

wirklich ein interessanter Bericht und eine interessante Seite. Dieser Bericht zeigt aber auch auf, dass man sich auf ein solches Event schon vorbereiten sollte. Da sind dann 104 km am Stück schon etwas dürftig. Ich denke unsere indivdiuelle Vorbereitung war schon ganz gut.

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Kathrin Obert

Atilla Offline

Ist öfters hier

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02.05.2011 20:48
#25 RE: 300er Brevet in Wachtendonk - Wankum am 16.04.2011 (mit Bericht) antworten

Hallo Werner,

da können wir uns ja auf unsere benötigte Zeit mal was einbilden. Leider wird aus dem geplanten 400er Brevet nun nichts, Ulf und ich sind am 14. Mai jeweils "familiär" gebunden.

Danke für den interessanten Bericht.

Gruß

Ralf

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