Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 


+++ Newsticker +++              +++ Newsticker +++              +++ Newsticker +++             

Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 51 Antworten
und wurde 7.858 mal aufgerufen
 Brevets
Seiten 0 | 1 | 2
Werner Offline

Forum-Profi

Beiträge: 321

25.04.2012 22:51
#26 RE: Brevets 2012 ARA Niederrhein ab Twisteden - Infos + Berichte antworten

Brevet 400 km Twisteden „Münsterland und Teutoburger Wald Tour“ am 21.April 2012 - Bericht

Muhammad Ali: „Ein Mensch ohne Vorstellungskraft hat keine Flügel.“

Dieses Zitat hat Michael K., der Organisator der Brevets der ARA Niederrhein mit Startort Twisteden, dem Roadbook für die 400er Strecke vorangestellt. Ich habe am Freitag, tags vor dem Brevet, viel Vorstellungskraft gebraucht, um mir das vorhergesagte Wetter fürs Wochenende „schön zu malen“. Unbeirrt habe ich meinen Crosser für die Fahrt vorbereitet und meine Tasche für die Tour gepackt. Es durfte einfach nicht sein, dass der vorhergesagte Regen, die angesagten Schauer und die relativ niedrigen Temperaturen unsere Tour wortwörtlich ins Wasser fallen ließen. Ich habe auch darauf verzichtet, bei Ulf und Holger nachzufragen, wie deren Meinung zur Wettervorhersage war. Als ich am Samstagmorgen um 5 Uhr 30 aufstand, regnete es natürlich. Aber die Tour sollte ja erst um 8 Uhr losgehen. Und in der Tat, als Holger, Ulf und ich zusammen mit ca. 50 Teilnehmern in Twisteden losfuhren, waren zwar die Straßen nass, aber es regnete nicht mehr. Und so sollte es fast den ganzen Tag bleiben. Unterwegs gab es bei Borken einen kleinen Schauer, aber meine Regenjacke brauchte ich nicht herausholen. Wir erlebten also einen typischen Apriltag mit etwas Nieselregen, kurzen Schauern und konnten uns immer wieder über die Aprilsonne freuen. Erst zum späten Abend so ab 23 Uhr wurde bei sinkenden Temperaturen der Regen unser fast ständiger Begleiter bis zum frühen Morgen um 5 Uhr bei der Ankunft in Twisteden.

Das Zeitfenster für dieses 400er Brevet betrug 27 Stunden. Bis 11 Uhr am Sonntagmorgen sollten wir also wieder in Twisteden sein. Meine Vorstellung war, dass wir so zwischen 4 Uhr und 6 Uhr in der Frühe vielleicht zurück sein könnten, wenn alles gut liefe. Der Zeitpunkt war uns allerdings nicht so wichtig, da es sich bei einem Brevet ja nicht um einen Wettbewerb handelt. Unser Ziel war es, innerhalb des Zeitfensters zu bleiben und unversehrt wieder in Twisteden anzukommen. Keiner von uns war bisher praktisch schon mal eine ganze Nacht durchgefahren. Wie würden wir mit der Dunkelheit, der Kälte und vermutlich auch dem Regen fertig werden, wie würden wir mit dem fehlenden Schlaf klarkommen? Würden wir es schaffen, Trinken und Essen so einzurichten, dass wir nicht schlappmachen würden? Würden wir es überhaupt 400 km lang im Sattel ohne „Qualen“ aushalten?

Wer sich das Bild nach unserer Ankunft um 5 Uhr in Twisteden anschaut, kann sicherlich an unserem Gesichtsausdruck erkennen, dass wir erfolgreich alle Schwierigkeiten dieser langen Strecke gemeistert haben. Es war ein tolles Gefühl, es wieder einmal gemeinsam geschafft zu haben. Ich glaube, dass wir an diesem Tag keine schwerwiegenden Fehler gemacht haben. Eine wichtige Erkenntnis war wohl auch, dass es mehr auf Gleichmäßigkeit beim Fahren als auf hohe Geschwindigkeiten ankommt und dass man eine vernünftige Mischung zwischen aktivem Fahren und notwendigen Erholungspausen findet.



Wer noch mal nachschauen will, wo wir gefahren sind, kann sich hier die Strecke anschauen: http://www.gpsies.com/map.do?fileId=fajlowbijtdfirsg.



Von der Strecke sind mir besonders in Erinnerung geblieben:
--- die sehr schöne Teilstrecke vor Bad Iburg mit Blick auf die Höhen des Teutoburger Waldes
--- die nächtliche Fahrt durch Münsters Vororte und die Nachtfahrt bis Wesel
--- die in der Nacht hell leuchtende Industriekulisse bei Marl
--- die eindrucksvolle Beleuchtung der neuen Weseler Rheinbrücke
--- der Streckenteil von Kapellen nach Wetten, wo klar war, dass wir es schaffen würden.

Alle anderen Eindrücke und Gedanken, die man während der Fahrt hat, sind nur schwer in einem solchen Bericht darzustellen. Für mich ist diese Tour jedenfalls ein außergewöhnliches Ereignis gewesen, an das ich sicher noch öfter zurückdenken werde und was auch motiviert, sich weiterhin auf dem Rad fit zu halten. Unsere kleine Truppe, die durch unseren Mitfahrer Christoph aus Münster ergänzt wurde, hat prima zusammengehalten. Es hat wieder mal trotz aller Anstrengungen Spaß gemacht.

Hier wiederum ein paar Fakten nach meinen Aufzeichnungen:

Länge der Brevetstrecke: ca. 401 km
Abfahrt in Twisteden: Sa. 21.04.2012 um 8 Uhr 07
Ankunft in Twisteden: So. 22.04.2012 um 4 Uhr 59
Gesamtdauer der Fahrt: 20 Std. 52 Min. (19,2 km/Std)
Reine Fahrzeit ohne Pausen: 16 Std. 14 Min. (24,7 km/Std)
Pausenzeiten für 7 Kontrollen, Verpflegung, Erholung: ca. 3 Std. 40 Min.
Kleinere Standzeiten an Ampeln, Kreuzungen usw. ca. 1 Std.
Teilnehmer insgesamt so ca. 50
Aprilwetter mit Tagestemperaturen um 10 °C und Wind aus ca. SW, nachts ca. 5°C und Regen.

Auch für den 400er Brevet geht mein Dank an Michael und Moni K. für die tolle und uneigennützige Organisation. Soweit ich das feststellen konnte, waren die Teilnehmer des 200er, 300er und 400er Brevets mit dem neuen Standort Twisteden und den Möglichkeiten im Sporthaus überwiegend sehr zufrieden. Für dieses Jahr ist damit die Brevetserie in Twisteden beendet. Ich hoffe auf eine neue Serie in 2013 und natürlich wieder beim DJK SW Twisteden.
Bilder sind in der Bildergalerie eingestellt. Wer hierzu Wünsche hat, kann sich an Moni oder mich wenden.

PS: Am 30. Juni 2012 besteht um 8 Uhr die Möglichkeit, in Merselo (Venray NL) zu einem 600er Brevet zu starten unter dem Motto „Mooi Nederland“. Die Mühle, an der gestartet wird, heißt passenderweise „Nooit Gedacht“!!!

Gruß Werner

Moni Offline

Forum Supporter

Beiträge: 263

26.04.2012 07:35
#27 RE: Brevets 2012 ARA Niederrhein ab Twisteden - Infos + Berichte antworten

Hut ab, tolle Leistung die Ihr Drei vollbracht habt.

Gruß Moni

Holger Offline

Forum-Profi

Beiträge: 654

26.04.2012 08:28
#28 RE: Brevets 2012 ARA Niederrhein ab Twisteden - Infos + Berichte antworten

@ Werner: Vielen Dank für Deinen Bericht. Er spiegelt wirklich alles gut wieder.

Natürlich kann man die ganzen Eindrücke einer 400km Tour nicht alle behalten. Es war schon ein tolles Erlebnis. Auch wenn man wieder hören wird, wie "bescheuert" man doch ist, oder "das man se nicht mehr alle hat".
Aber das sind eben Erlebnisse die einem keiner mehr nehmen kann. Für mich war wieder das grandiose Teamwork ausschlaggebend. Wenn eine Gruppe harmoniert, kann man in dieser Gruppe alles schaffen. Auch wenn das erstmal unmöglich erscheint. Aber es ist eben so. Ich war echt froh, dass wir in unserer kleinen 4-köpfigen Gruppe gefahren sind. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man sich einfach blind versteht. Ich denke, dass dieses Verständnis angekommen ist und dafür gesorgt hat, dass wir alle immer mit einem Lachen unterwegs waren und wir uns nie Gedanken darüber gemacht haben, ob wir das überhaupt schaffen. Werner hat das schon richtig beschrieben.

Zitat

PS: Am 30. Juni 2012 besteht um 8 Uhr die Möglichkeit, in Merselo (Venray NL) zu einem 600er Brevet zu starten unter dem Motto „Mooi Nederland“. Die Mühle, an der gestartet wird, heißt passenderweise „Nooit Gedacht“!!!



Ich gehe mal davon aus, dass das Werners Meldung für den 600er Brevet ist . Ich wusste es doch .

Hier geht es zur Anmeldung: http://www.ern-ossendrecht.nl/agenda/2-e...elo-venray.html

Tue zuerst das Notwendige,
dann das Mögliche,
und plötzlich schaffst Du das Unmögliche !

Joaquim Maria Machado de Assis

oder

Mach zuerst das Unmögliche möglich, dann erübrigt sich das Notwendige.
Kathrin Obert

StephanT Offline

Stammgast

Beiträge: 57

27.04.2012 19:25
#29 RE: Brevets 2012 ARA Niederrhein ab Twisteden - Infos + Berichte antworten

Herzlichen Glückwunsch - super Leistung!
Ich hab öfter an Euch gedacht und die Daumen gedrückt.
Und wie immer, ein schön zu lesender Bericht!

Nette Grüße,
Stephan

Ulf Offline

Kennt sich schon aus

Beiträge: 42

27.04.2012 21:35
#30 RE: Brevets 2012 ARA Niederrhein ab Twisteden - Infos + Berichte antworten

Hi Stephan,

wie sieht es denn bei dir aus?
Im letzen Jahr bist du die 200km gefahren. In diesem Jahr die 300km.
Die logische Steigerung dürfte doch wohl klar sein...
Bereite dich doch schon mal (zu mindest im Kopf) auf die 400km im nächsten Jahr vor.

Gruß Ulf

StephanT Offline

Stammgast

Beiträge: 57

29.04.2012 19:53
#31 RE: Brevets 2012 ARA Niederrhein ab Twisteden - Infos + Berichte antworten

Hallo Ulf,

mal sehen, ob ich mich nächstes Jahr an die 400er Strecke heranwage - allein der Gedanke schmerzt schon!

Wenn wir (Lukas und ich) dieses Jahr die 6 Marathons geschafft haben, könnte man ja über solch ein Ziel mal nachdenken!

Gruß,

Stephan

Holger Offline

Forum-Profi

Beiträge: 654

30.04.2012 06:54
#32 RE: Brevets 2012 ARA Niederrhein ab Twisteden - Infos + Berichte antworten

@ Ulf:

Zitat
Die logische Steigerung dürfte doch wohl klar sein...



200 km, 300 km, 400 km. Dann dürfte Deine logische Konsequenz ja nur der 30.06. sein, oder ?????
Ralf möchte übrigens auch mitfahren . Zumindest habe ich das bei ihm so interpretiert. Zumindest war er nicht ganz abgeneigt .

Tue zuerst das Notwendige,
dann das Mögliche,
und plötzlich schaffst Du das Unmögliche !

Joaquim Maria Machado de Assis

oder

Mach zuerst das Unmögliche möglich, dann erübrigt sich das Notwendige.
Kathrin Obert

Ulf Offline

Kennt sich schon aus

Beiträge: 42

02.05.2012 23:12
#33 RE: Brevets 2012 ARA Niederrhein ab Twisteden - Infos + Berichte antworten

Hallo Holger,

am 30.6. bin ich leider verhindert und kann an dem 600er Brevet nicht teilnehmen.
Ich wünsche Dir und Werner alles Gute für diesen Wahrnsinns-Brevet.
Die 600 km werdet Ihr schon irgendwie überstehen.

Am 1.7. werde ich dann an unserer Vereinsmeisterschaft im Einzelzeitfahren teilnehmen.
Ich werde auf jeden Fall an euch denken und die Daumen drücken.

Gruß Ulf

Holger Offline

Forum-Profi

Beiträge: 654

03.05.2012 07:54
#34 RE: Brevets 2012 ARA Niederrhein ab Twisteden - Infos + Berichte antworten

Zitat
Am 1.7. werde ich dann an unserer Vereinsmeisterschaft im Einzelzeitfahren teilnehmen.



Wenn Werner und ich das schaffen, fahren wir da natürlich auch noch mit .

Zitat
Ich werde auf jeden Fall an euch denken und die Daumen drücken.



Danke!!!

Tue zuerst das Notwendige,
dann das Mögliche,
und plötzlich schaffst Du das Unmögliche !

Joaquim Maria Machado de Assis

oder

Mach zuerst das Unmögliche möglich, dann erübrigt sich das Notwendige.
Kathrin Obert

Holger Offline

Forum-Profi

Beiträge: 654

05.05.2012 12:17
#35 Brevets 2012 der ERN (Euraudax Randonnee Nederland) ab Merselo antworten

INFO zu den Brevets ab Merselo - Venray (NL)

Hallo zusammen,

Jan van Osch, der Organisator des 400er und 600er Brevets in Merselo, hat mir ein paar Informationen zu den stattfindenden Brevets in Merselo geschickt.

Anliegend die beiden Flyer. Die GPS Strecken werden noch zur Verfügung gestellt.

Der 400 km Brevet ist am 8. Juni 2012.
Der 600 km Brevet ist wie oben schon beschrieben am 30. Juni 2012.

P.S. Der 400er ERN Brevet führt übrigens direkt über den Beetenackerweg.

Tue zuerst das Notwendige,
dann das Mögliche,
und plötzlich schaffst Du das Unmögliche !

Joaquim Maria Machado de Assis

oder

Mach zuerst das Unmögliche möglich, dann erübrigt sich das Notwendige.
Kathrin Obert

Dateianlage:
Willkommen in Merselo an der Mühle am 8.doc
Willkommen-2012.doc
Holger Offline

Forum-Profi

Beiträge: 654

08.05.2012 08:35
#36 RE: Brevets 2012 der ERN (Euraudax Randonnee Nederland) ab Merselo antworten

Und hier die GPS Strecken für die Brevets ab Merselo (Venray):

400er Brevet
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=elbfwsbclnpnesul

600er Brevet
http://www.gpsies.com/map.do?fileId=evhcuuxrkgvzbdog

Die Strecken wurden von Jan van Osch erstellt und von Werner in das entsprechende Format umgewandelt. Danksagungen bitte an Jan und Werner

Tue zuerst das Notwendige,
dann das Mögliche,
und plötzlich schaffst Du das Unmögliche !

Joaquim Maria Machado de Assis

oder

Mach zuerst das Unmögliche möglich, dann erübrigt sich das Notwendige.
Kathrin Obert

Werner Offline

Forum-Profi

Beiträge: 321

27.06.2012 23:28
#37 RE: Brevets 2012 der ERN (Euraudax Randonnee Nederland) ab Merselo antworten

Am Samstag (30. Juni 12) ist es soweit. Wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischenkommt, starten Holger und ich um 8 Uhr in Merselo bei Venray zu unserem ersten Brevet über 600 km. Leider sind unsere bisherigen Mitstreiter Ralf, Ulf und Stephan dieses Mal nicht dabei. Wir fühlen uns gut vorbereitet und hoffen, dass wir diese Prüfung auch meistern werden. Nach den Brevetregeln haben wir zur Bewältigung dieser Strecke insgesamt ein Zeitfenster von 40 Stunden zur Verfügung, sollten also spätestens am Sonntagabend um Mitternacht wieder in Venray zurück sein. Bis zum Beginn des Zeitfahrens werden wir es aber wohl nicht schaffen, wieder in Twisteden zu sein .

Drückt uns die Daumen, dass wir eine gute Fahrt haben!

Wer die zurückzulegende Strecke im Einzelnen verfolgen will, findet den Link zu Gpsies im vorigen Beitrag von Holger. Für den schnellen Überblick habe ich die Strecke in zwei Bildern angefügt.



Hier ist auch noch mal eine kurzgefasste Streckenbeschreibung des Organisators Jan van Osch:


Tourbeschreibung

Von Merselo aus (30 Km. Nordwestlich von Venlo) westwärts nach Zeeland, der Grenze mit Belgien entlang. Nach Goes geht es nordwärts über Brücken und Dämme und durch Dünengebiet. Anschliessend die grossen Flüsse hinüber und nachher werden die hügeligen Dünen von Holland besucht. Dann weiter nordwärts westlich von Amsterdam mit einem Bogen nach Enkhuizen, wo der Houtribdijk Euch nach Lelystad führt. Dann geht es durch den Flevopolder; über ein autofreier Fahrradweg gehts es nach Harderwijk und Ermelo. Dann wieder südwärts durch die Veluwe (Wichtig: Alle Sandwege sind heraus im Vergleich mit der Version von 2011) und über die grossen Flüsse nach Nimwegen. Bei Beek-Ubbergen gibt es eine richtige Steigung, die einzige übrigens, wonach eine leicht hügelige Landschaft folgt mit einem Stück Reichswald (westlich von Kleve). Weiter geht es durch das Maastal und nach einer letzten Kontrolle in Well sind es noch 15 Km. bis nach Merselo.


Das "Stück Reichswald" bedeutet übrigens eine Fahrt über den Kartenspielerweg. Dann ist es ja nur noch ein "Katzensprung" bis Merselo. Ich bin mal gespannt.

Gruß Werner

Michael Offline

Stammgast

Beiträge: 86

28.06.2012 09:31
#38 RE: Brevets 2012 der ERN (Euraudax Randonnee Nederland) ab Merselo antworten

Dann wünsche ich schon mal "Gutes Gelingen" und viel Glück / von Spaß möchte ich an dieser Stelle nicht reden.

Geeignetes Wetter ist bestellt.

VLG

Michael

frabo Offline

Ganz neu hier

Beiträge: 3

29.06.2012 13:30
#39 RE: Brevets 2012 der ERN (Euraudax Randonnee Nederland) ab Merselo antworten

Hallo Holger,
hallo Werner

Euch beiden wünsche ich viel Erfolg. Ich denke, dass Ihr sehr gut
vorbereitet seit.

Freundliche Radlergrüße
frabo

Holger Offline

Forum-Profi

Beiträge: 654

29.06.2012 14:07
#40 RE: Brevets 2012 der ERN (Euraudax Randonnee Nederland) ab Merselo antworten

Hallo Frank,

schön dich zu lesen und vielen Dank.
Die Vorbereitung müsste stimmen. Aber wie will man sich auf sowas vorbereiten? Hauptsache im Kopf stimmt alles .

Der Rest wird sich einfach irgendwie ergeben müssen.

Bis bald!

Tue zuerst das Notwendige,
dann das Mögliche,
und plötzlich schaffst Du das Unmögliche !

Joaquim Maria Machado de Assis

oder

Mach zuerst das Unmögliche möglich, dann erübrigt sich das Notwendige.
Kathrin Obert

StephanT Offline

Stammgast

Beiträge: 57

29.06.2012 16:17
#41 RE: Brevets 2012 der ERN (Euraudax Randonnee Nederland) ab Merselo antworten

Hallo Werner,
hallo Holger,

alles Gute für diese "Wahnsinnstat"! Gute, unfallfreie Fahrt und schönes Wetter!

Bis bald,
Stephan

Werner Offline

Forum-Profi

Beiträge: 321

02.07.2012 12:38
#42 RE: Brevets 2012 der ERN (Euraudax Randonnee Nederland) ab Merselo antworten

Brevet 600 km Merselo

Holger und Juri (unser Mitfahrer) haben es geschafft. Sie sind Sonntagabend (01.07.12) gegen 20 Uhr wieder wohlbehalten in Merselo angekommen.
Moni und ich haben die Beiden gestern Abend in Merselo empfangen und schon persönlich beglückwünscht.

Das will ich hier nochmal wiederholen. Respekt und Glückwunsch zu dieser "Hammerleistung"
Nach der erfolgreichen 200er, 300er, 400er und 600er Serie in einer Saison dürft ihr euch jetzt "Superrandonneur" nennen



Ich selbst habe Sonntagmorgen gegen 10 Uhr und nach ca. 435 zurückgelegten Kilometern kurz hinter Lelystad (Flevoland, Ijsselmeer) entschieden, den Brevet abzubrechen. Ich war der Meinung, dass weitere 170 km mit heftigem Gegenwind aus Südwest und weitere vielleicht 10 Stunden Fahrt an diesem Tag mich körperlich überfordern könnten. Trotzdem war es auch für mich ein toller Brevet. Nach einem kräftigen Frühstück heute morgen fühle ich mich schon fast wieder erholt. Einen kleinen Bericht und Fotos werde ich wohl in den nächsten Tagen einstellen.

Gruß Werner

frabo Offline

Ganz neu hier

Beiträge: 3

02.07.2012 21:23
#43 RE: Brevets 2012 der ERN (Euraudax Randonnee Nederland) ab Merselo antworten

Hallo Werner,

vor Dir hab ich große Achtung. Aber, Gesundheit geht über alles und in erster Linie dienen
diese Brevets dem Kennenlernen der eigenen Grenzen und auch des eigenen Körper.
Spätestens dann, wenn es keinen Spass mehr macht, sollte man stoppen.
Radfahren soll Spass machen.
In meinen Augen bist Du auch noch Gentlemen durch und durch.

hallo Holger,
hallo Jury

herzlichen Glückwunsch. Tolle Leistung.

Auf Euren Bericht bin ich gespannt.

Freundliche Radlergrüße
frabo

StephanT Offline

Stammgast

Beiträge: 57

03.07.2012 21:27
#44 RE: Brevets 2012 der ERN (Euraudax Randonnee Nederland) ab Merselo antworten

Hallo Randonneure,

auch von mir größten Respekt und Glückwunsch!

Werner, alles richtig gemacht - Gesundheit hat Vorrang!

Grüße,
Stephan

Klaus Offline

Ganz neu hier

Beiträge: 4

05.07.2012 11:22
#45 RE: Brevets 2012 der ERN (Euraudax Randonnee Nederland) ab Merselo antworten

Wahnsinnsleistung!!!
Da kann man dann nur den Hut ziehen.
@Werner: Glückwunsch, aber auch Respekt vor der Entscheidung - Gesundheit hat immer Vorrang.
LG
Klaus

Werner Offline

Forum-Profi

Beiträge: 321

05.07.2012 21:59
#46 RE: Brevets 2012 der ERN (Euraudax Randonnee Nederland) ab Merselo antworten

Brevet 600 km E.R.N. in Merselo (NL) am 30.06. + 01.07.2012 “Mooi Nederland” - Bericht

“Eten gaat niet meer en ik voel me beroerd; leeg en futloos. Ik kijk jaloers naar degene die vast voedsel naar binnen slaan. Altijd gedacht dat eten nagenoeg vanzelf gaat.“

Gelesen habe ich diese Sätze im Bericht von Atze Kamma über den 600er Brevet E.R.N.im Jahre 2003. Diesen und andere Berichte findet man unter „Verslagen“ auf der Webseite von E.R.N., der niederländischen Randonneursvereinigung.

Ich habe ähnlich empfunden, als ich am Sonntagmorgen gegen 9 Uhr mit Holger und Juri, meinen beiden Begleitern beim Brevet, in Bataviastad, einem Stadtteil von Lelystad, zu frühstücken versuchte. Es reichte bei mir jedoch nur zu einem Kaffee. Mir war klar, dass ich diese Gelegenheit zum Essen nutzen musste, wenn ich weiterkommen wollte; aber nichts von dem, was mich von den bunten Essensvorschlägen und der Kühltheke in dieser Imbißstube anlachte, fand den Weg in meinen Magen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir nun 25 Stunden unterwegs und hatten 427 Kilometer zusammen zurückgelegt. Bis auf eine kurze Schlafpause von Juri hatten wir noch kein Auge zugemacht. Um Lelystad zu erreichen, mussten wir uns vorher fast 30 km lang von Enkhuizen aus über den Houtribdijk, der Ijsselmeer und Markermeer voneinander trennt, gegen einen aus fast allen Richtungen wehenden starken Wind durchkämpfen. Ich sah oftmals nur noch Zahlen zwischen 15 und 20 für die gefahrene Geschwindigkeit. In diesen Momenten ging es nur noch um „fahren, fahren, fahren……und durchhalten…..“. Die Pause und der Kaffe taten trotzdem gut. Über hubbeliges Pflaster fuhren wir am Bataviahafen entlang aus Lelystad heraus, um über den Knardijk unsere nächste Kontrollstelle in Harderwijk bei km 458 anzusteuern. Aber der Wind ließ in seiner Kraft nicht nach und ich merkte, wie schwer es mir in diesem Moment fiel, Juri und Holger zu folgen. Ich gab meine Absicht zu erkennen, dass ich aufhören wollte, da ich mir nicht vorstellen konnte, die letzten ungefähr 165 km risikolos fahren zu können. Gemeinsam haben wir beraten, wie wir mit dieser Situation umgehen wollten. Ich war letztlich froh, dass ich Holger und Juri überzeugen konnte, ohne mich weiter zu fahren. Nach einem Anruf in Twisteden, wo gerade um 10 Uhr das Vereinszeitfahren des DJK Twisteden losgehen sollte, war klar, dass Moni (meine Frau) mich in Lelystad abholen würde.

Mit meiner Entscheidung, hier abzubrechen, konnte und kann ich gut leben, da sie für mich vernünftig war. Kein sportliches Ziel, so sehr man es auch anstrebt, darf so wichtig sein, dass man hierfür Risiken eingeht, die vielleicht fatale Folgen haben können. Als Vermesser bin ich es ja gewohnt, mit „Grenzen“ umzugehen; vielleicht ist es mir deshalb gelungen, an diesem Tage „meine Grenzen“ zu erkennen. Trotzdem war ich in meinem Innersten tieftraurig, dass ich die Brevetserie von 200 -300- 400 und 600 km sozusagen im Finish verlassen musste.

Nach einer kurzen und herzlichen Verabschiedung von meinen Mitstreitern Holger und Juri ließ ich mich vom Rückenwind ohne jede Anstrengung wieder nach Lelystad zurücktreiben, wo Moni mich dann abholen wollte. Während meiner Wartezeit am Hafen kam noch ein niederländisches Paar vorbei, mit denen wir in der vergangenen Nacht auch viele Kilometer zusammengefahren sind. Sie sprachen mir noch Mut zu, es doch noch weiter zu versuchen. Danke hierfür. Das waren dann wohl die letzten von ca. 24 FahrerInnen, die am Samstagmorgen an den Start gegangen sind. (Nachtrag: Die Beiden sind noch innerhalb der Kontrollzeit in Merselo angekommen. Bravo.)

Von Lelystad sind Moni und ich dann zurück zur Mühle in Merselo gefahren, wo ich mich von Jan van Osch, dem liebenswürdigen Organisator dieses Brevets verabschieden wollte. Der Brevet sollte für mich dort zu Ende gehen, wo er auch begonnen hatte. Im schönen Ambiente der Mühle „Nooit Gedacht“ haben wir dann noch einige Zeit mit Jan und der von Materialpech verfolgten Teilnehmerin G. erzählt, bis Jos Verstegen und noch ein Mitfahrer am Ziel des 600er Brevet auftauchten.

Wieder zuhause gab es dann erstmal eine verdiente Dusche und anschließend auf meinen besonderen Wunsch hin eine Pfanne voll Rührei. Hätte ich das in Lelystad gehabt…………….

Gegen 20 Uhr erhielten wir dann den Anruf von Holger, dass sie auf den letzten Kilometern vor Venray seien. Moni und ich waren erleichtert, dass beide das Ziel erreicht hatten und machten uns auf den Weg zur Mühle, um Holger, wie versprochen, abzuholen. Nochmals Glückwunsch an beide für die erfolgreiche Serie.
Ich nehme an, dass Holger und Juri ihre Erlebnisse auch noch beschreiben.

Auch wenn ich den Moment der Aufgabe etwas näher beschrieben habe, bliebe noch viel anderes zu erzählen.

Wie sieht mein Fazit aus?

Höhepunkte der Strecke: Jan van Osch hat eine Strecke zusammengestellt, die mir sehr, sehr gut gefallen hat. Der Titel „Mooi Nederland“ ist berechtigt. Die lange Fahrt am Kanal hinter Aarle-Rixel werde ich sicher noch mal wiederholen. Die Fahrt über belgisches und niederländisches Gebiet im Raume Baarle-Nassau hat mich und meine Mitstreiter unterwegs wegen der häufigen Schilderwechsel etwas irritiert. Wikipedia hat mir im Nachhinein weitergeholfen. Sehr interessant. Weiter gab es Technische Bauwerke, alte und neue Brücken, romantische Kanäle und Wasserstraßen, hubbelige Pflasterstrecken und Flüsterasphalt, schmale Fietspade und breite Fahrradstraßen. Wir fuhren in Zeeland nach vorheriger Fahrt über die Zeelandbrücke durch das malerische Zieriksee, wir fuhren zwischen Renesse und Outdorp am Deich entlang, wo wir die Nordsee riechen aber nicht sehen konnten. In der Höhe von Rotterdam mussten wir zwischen Rozenburg und Maassluis mit der Fähre übersetzen. Zu nächtlicher Stunde fuhren wir unbehelligt vom täglichen Verkehr durch Delft und den Haag. Um Mitternacht fuhren wir durch die Dünen bei Katwijk und Noordwijk aan Zee und mussten dabei aufpassen, dass wir in den Dünen keine Karnickel und im Nachtleben von Noordwijk keine jungen Leute überfuhren. Hier machte das Fahren mit Rückenwind und kleinen Auf- und Abfahrten trotz der Dunkelheit mächtig Spaß. In der Höhe von Haarlem und Amsterdam konnten wir die nächtlichen Anflüge auf Schiphol beobachten. Nachts um 3 Uhr warteten wir in der Nähe von Spaarndam auf die kostenlose Fähre, die uns über den Kanal bringen sollte. Danach war Hoorn am Markermeer und Enkhuizen am Ijsselmeer unser Ziel, das wir gegen 7 Uhr am Sonntagmorgen erreichten. Dann galt es, 30 km über den Houtribdijk bis nach Lelystadt zu fahren. Unvergesslich werden mir die Aussichten an diesem frühen Morgen im Gegenlicht aufs Ijsselmeer bleiben und die kurze Rast am Deich. Wer sich die Streckenführung auf Gpsies mal anschaut, weiß, dass wir bei Südwestwind die meisten Streckenkilometer mit Seiten- oder Gegenwind gefahren sind. Auch dies wird mir vermutlich unvergesslich bleiben. Dazwischen gabs dann die Stops an den Kontrollstellen und Tankstellen mit immer freundlichen Leuten und die Versuche, sich mit fester und flüssiger Nahrung fitzuhalten. Ab Lelystad kann ich nichts mehr zur Streckenbeschreibung beitragen.

Ausrüstung: Ich bin mit meinem Crosser QUANTEC CC mit 28er Bereifung die ganze Serie gefahren. Eine Gepäcktasche auf Träger mit notwendigen Utensilien und Bekleidung hatte ich am Sattel befestigt. Am Lenker hatte ich eine Tasche mit Verpflegung und für andere Kleinigkeiten. Dazu hatte ich noch eine Rahmentasche für Handy, Geld und Kamera dabei. Zum Nachfahren des Tracks habe ich mit dem Garmin Edge 305 ein zuverlässiges Gerät ohne Kartendarstellung. Nur an wenigen Stellen gab es mal kurze Verfahrer bei eng aneinander folgenden Straßen. Mit einer zusätzlichen Batterieversorgung lief das Gerät über 26 Stunden zuverlässig. Zusätzlich ein Rückenbeutel für Getränke.

Körperliches Befinden: Zum Glück habe ich mit meinem Sattel keine Probleme. Das habe ich nun während der ganzen Serie festgestellt. Je länger die Fahrt dauert, desto öfter geht man natürlich zur Entlastung aus dem Sattel, richtige Schmerzen habe ich jedoch während der Fahrt oder nachher nicht gehabt. Zuhause habe ich festgestellt, dass meine Fußsohlen nach fast 30 Stunden wie „gekocht“ aussahen. Hier müsste ich wohl zwischendurch auf eine „Lüftung“ achten. Wegen der hohen Temperaturen von ca. 25 °C habe ich viel und ich meine auch ausreichend getrunken. Ein Defizit habe ich eindeutig bei der Aufnahme fester Nahrung. Darin ist wohl auch ein wichtiger Grund für meine Aufgabe zu sehen. Leider bekommt man unterwegs nicht immer das, was man möchte oder für sich für bekömmlich hält. Bei nächster Gelegenheit sollte ich wohl wieder mehr „leckere Butterbrote“ als Reserve einpacken. Auf die eingepackten Gels habe ich nicht zurückgegriffen. Mit der Hitze am Tag und mit dem Regen in der Nacht bin ich gut zurecht gekommen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass der 600er Brevet ab Merselo mir sehr gut gefallen hat und ich für das Langstreckenfahren einiges dazugelernt habe. Der Aufbau über eine 200er, 300er und 400er Strecke ist sinnvoll und ist im Gesamtrückblick eine tolle Erfahrung und ein unvergessliches Erlebnis. Ich bin selbst erstaunt, wieviel man mit konstantem Training und etwas Gelassenheit auch noch mit 64 Jahren erreichen kann. Als prägend empfinde ich auch die Kameradschaft, die in den gemeinsamen Fahrten mit meinen Mitstreitern, insbesondere mit Holger, entstanden ist.

PS: Nach ein paar Tagen der Ruhe kann ich mir vorstellen, dass ich irgendwann diesen Sommer die fehlenden 165 km von Lelystad bis nach Merselo noch mal fahren werde, um diesen 600er Brevet endgültig abzuschließen.



Gruß Werner

Meine Bilder vom Startort und unterwegs stehen in der Bildergalerie

Holger Offline

Forum-Profi

Beiträge: 654

06.07.2012 09:37
#47 RE: Brevets 2012 der ERN (Euraudax Randonnee Nederland) ab Merselo antworten

Vielen Dank für Deinen mal wieder sehr gut gelungenen, beeindruckenden und ausführlichen Bericht.

Bevor ich aber nun meine Eindrücke beschreibe, möchte ich vorab auf diesen Satz zurückkommen:

Zitat
Als prägend empfinde ich auch die Kameradschaft, die in den gemeinsamen Fahrten mit meinen Mitstreitern, insbesondere mit Holger, entstanden ist.



Ich glaube dem kann man nicht mehr viel hinzufügen. Solche Veranstaltungen sind auch dazu da um Menschen noch besser kennenzulernen. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass ich Werner nur in sein Gesicht schauen muss und weiß wie und was er denkt. Das macht auf einer so langen Tour vieles einfacher. Manchmal sagen Bilder eben mehr als Worte. Ein gut funktionierendes Team ist wirklich die halbe Miete. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die ganze Serie gefahren wäre, wenn in den Anfängen der Brevetserie nicht noch Ulf, Ralf und Stephan dabei gewesen wären. Jeder Brevet war mit allen beteiligten Fahrern einzigartig.
Werner hat sich dazu entschlossen mit mir den 600er Brevet zu fahren. Darüber bin ich ihm sehr dankbar. Ohne Werners Zusage hätte ich mich nicht für diesen Brevet gemeldet. Hier kann man also erkennen, dass Teamwork, Kameradschaft auch im Radsport sehr wichtig sind.

Umso schlimmer war es dann für mich, dass Werner seine Entscheidung den Brevet abzubrechen in Lelystad bekannt gab. Es hat eben was gefehlt. Es kommt dann eben so vor, als wenn man einem den Finger abschneidet. Aus diesem Grund ist meine Freude über den bestandenen Brevet nicht wirklich groß. Natürlich waren Juri und ich erleichtert und froh, als wir gegen 20:00 Uhr in Merselo ins Ziel kamen. Sie wäre um ein vielfaches größer gewesen, wenn alle ins Ziel gekommen wären. Aber Werners Entscheidung war in diesem Fall für alle die richtigste und wichtigste auf der Welt. Es war für uns immer klar, dass wir unsere Grenzen kennenlernen wollten. Ich denke mal, dass wir an diesem Tag alle unsere Grenzen kennengelernt haben.

Ich möchte jetzt auf unseren Mitfahrer Juri kommen. Juri haben wir auf dem 200er Brevet kennengelernt. Irgendwann schloss er sich uns an und fuhr sehr gut innerhalb unserer Gruppe mit. Selbiges galt dann auch für den 300er Brevet. Auch hier haben wir ihn wieder zufällig aufgegriffen und sind mit ihm den 300er Brevet zu Ende gefahren. Anders war es allerdings bei dem 600er Brevet. Da wir ihn ja nun gut kannten, haben wir uns für den 600er Brevet verabredet. Ich habe Juri während der ganzen Serie als sehr starken Fahrer (menschlich als auch physisch) kennen und schätzen gelernt. Auch bei Juri stand das Wort Kameradschaft sehr hoch im Kurs. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass man solche Strecken nicht unbedingt alleine fährt. Ich bin wirklich froh und glücklich darüber, dass ich mit Werner und Juri den 600er Brevet in Angriff genommen habe und mit Juri für Werner diesen Brevet auch beendet habe. Es ist immer wichtig starke und besonnene Fahrer an seiner Seite zu haben.

Das vielleicht als kleines Vorwort.

Zur Strecke: Da die Strecke sehr flach war, befand ich diese naturgemäß als sehr gut. Auch wenn es zum Ende des Brevet doch noch einige HM überwunden werden mussten. Aber dazu später mehr. Die Strecke bis Lelystad hat Werner sehr gut beschrieben. Meine Eindrücke decken sich mit denen von Werner. Die kurze Rast auf dem Damm war für mich aber schon sehr besonders. Links war das Ijsselmeer, rechts das Markermeer und wir, mitten auf dem Damm im Gras, in der Sonne essend und trinkend. Da hat im Grunde nur noch das Bier gefehlt.



Ab Lelystad ging es dann, wie Werner schon beschrieben hat, gegen den Wind in Richtung Harderwijk. Auch an dieser Tankstelle versorgten Juri und ich uns erstmal wieder mit Getränken. Getränke waren an diesem Tag mit das wichtigste, da es an diesem Sonntag wieder sehr warm werden würde. Wir verließen nun Harderwijk Richtung Süden. Es folgte eine Streckenabschnitt, wo auch der Gegenwind wieder unser ständiger Begleiter sein sollte. In der Nähe von Arnheim befuhren wir dann ein längeres Waldstück. Hier war es mal schön keinen Gegenwind zu haben. Allerdings mussten wir hier eine langgezogene Steigung hinter uns bringen. Aber irgendwann war diese Steigung vorüber, so dass wir dann in dem Wald bergab und ohne Gegenwind fahren konnten. Es war uns beiden allerdings klar, dass diese Art und Weise zu fahren nicht ewig anhalten sollte. So kam es dann auch. Irgendwann war der Wald weg und somit war der Wind wieder da. Kurz vor den Toren Nimwegens, hatten wir dann mal wieder eine längere Strecke Rückenwind. Auf dem Waaldijk, den ich eigentlich nur mit Gegenwind in Verbindung bringen konnte, konnten Juri und ich mal wieder Geschwindigkeiten über 35 km/h fahren. Dies schöne Teilstück zog sich bis zur Waalbrücke, welche wir überqueren mussten, da in Nimwegen die 6. Kontrolle auf uns wartete. In Nimwegen angekommen hatten Juri und ich große Sorge, da es über Nimwegen auf einmal richtig dunkel wurde. Es hatte den Anschein, dass jede Sekunde ein Unwetter über uns kommen würde.

Auf der Waalkade (die Promenade in Nimwegen) gab es eine freie Kontrolle. Hier mussten wir uns in einem der vielen Geschäfte einen Stempel organisieren, was aber kein Problem darstellte. Da die dicken Gewitterwolken an uns vorbeizogen, setzten Juri und ich uns noch auf einer Bank an der Waalkade, füllten unsere Flaschen mit Wasser auf und stärkten uns noch einmal für die nun letzten und schlimmen folgenden 80 km.

Kurz hinter der schönen Stadt Nimwegen gibt es den schönen Ort Ubbergen. Man soll ja nicht meinen, dass es dort einige kräftige Anstiege gibt. Aber… Wer dort einmal ist, soll doch mal den Stollenbergweg fahren. Sehr interessant und sehr lustig. Insbesondere dann, wenn man schon 525 km in den Beinen hat. Ab jetzt wurde in dieser Umgebung kein Berg mehr ausgelassen. Als Juri und ich dieses m.E. schwerste Teilstück überwunden hatten, folgte nun eine lange Abfahrt von Berg en Dal in Richtung deutsche Grenze (Wyler). Auf diesem Stück stand auch mal wieder eine 5 ganz vorne auf dem Tacho. Wir fuhren nun ein kurzes Stück parallel zur B9, um dann wieder nach rechts Richtung Groesbeek zu fahren. Auch die Anfahrt nach Groesbeek ist nach so vielen Kilometern nicht ohne. In und um Groesbeek gibt es schließlich auch die eine oder andere ordentliche Erhöhung und ordentliche Höhenmeter, die allerdings noch immer nicht enden sollten. Von Groesbeek verlief die Strecke nun über Bredeweg nach Grafwegen. Wer Grafwegen kennt, weiß, dass man von dort ohne große Umwege in Richtung B504 (Richtung Goch/Kessel) fahren kann. Hierzu muss man „nur“ den Kartenspielerweg fahren. Und wie es der Zufall so wollte, sollte dieser Brevet zu guter Letzt noch über genau diesen Kartenspielerweg führen. Irgendwann wurde aber auch dieses ständige bergauf und bergab überwunden, so dass wir nach diesem kurzen Abstecher durch Deutschland bei km 545 in Hommersum wieder die Grenze nach Holland überquerten. Wir fuhren nun parallel der Maas und der N217 entlang zu unserer vorletzten Kontrolle, der BP Tankstelle in Well.

Von der Kontrolle Well sollte es jetzt nur noch ein „kleiner Katzensprung“ bis zum Ziel und somit letzten Kontrolle, der Mühle in Merselo sein. Aber auch dieses kleine Stückchen zog sich wie Gummi. Trotz dieser langgezogenen Gummifahrt sollten Juri und ich dieses Stück sehr gut meistern.
Gegen 20:00 Uhr erreichten Juri und ich die Mühle in Merselo. Hier wurden wir von Jan und seiner Frau mit Applaus empfangen. Wenig später kamen dann auch Moni und Werner.

Mein Fazit: Ich habe festgestellt, dass man ab einem Zeitpunkt nur noch auf dem Rad sitzt, tritt und einfach nur noch fährt und funktioniert. Viel zu sagen hatten Juri und ich auf diesem letzten Teilstück nach Merselo auch nicht mehr, da irgendwie gerade zum Ende nur noch jeder mit sich selber beschäftigt war. Ich denke das ist Ok und auch eine natürliche Reaktion nach einer so langen Strecke. Irgendwie hat man schon mit der Strecke abgeschlossen, obwohl man bis zum letzten Meter im Kopf auf der Strecke sein sollte.

Natürlich hatte ich auch das eine oder andere Zwicken, Muskelkater, bzw. einen unrunden Gang direkt nach dem Brevet. Aber das sind nun mal eben Dinge die man vorher weiß. Meine bekannten Hausmittelchen haben auch mal wieder sehr gut geholfen.

Zitat
Ich nehme an, dass Holger und Juri ihre Erlebnisse auch noch beschreiben.



Das wird er auch machen. Aber derzeit ist er auf einem Seminar und hat dort keine Gelegenheit auf das Internet zuzugreifen.

Zitat
PS: Nach ein paar Tagen der Ruhe kann ich mir vorstellen, dass ich irgendwann diesen Sommer die fehlenden 165 km von Lelystad bis nach Merselo noch mal fahren werde, um diesen 600er Brevet endgültig abzuschließen.



Ich bin dabei! Vielleicht findet sich ja noch der eine oder andere Mitfahrer.

Tue zuerst das Notwendige,
dann das Mögliche,
und plötzlich schaffst Du das Unmögliche !

Joaquim Maria Machado de Assis

oder

Mach zuerst das Unmögliche möglich, dann erübrigt sich das Notwendige.
Kathrin Obert

Werner Offline

Forum-Profi

Beiträge: 321

10.07.2012 23:46
#48 RE: Brevets 2012 der ERN (Euraudax Randonnee Nederland) ab Merselo antworten

Bilderserie von Jos Verstegen vom 600er Brevet Merselo 2012

Jos Verstegen, der als niederländischer Randonneur am 600er Brevet teilgenommen hat, hat eine ganze Reihe interessanter Aufnahmen vom Startort und unterwegs gemacht.
Hier ist der Link, der auf der Homepage von E.R.N. zu den Bildern führt: https://picasaweb.google.com/10840707171...M600Merselo2012

Wenn Jos hier mitlesen sollte: Danke für diese schönen Erinnerungen.

Gruß Werner

Werner Offline

Forum-Profi

Beiträge: 321

12.07.2012 14:37
#49 RE: Brevets 2012 der ERN (Euraudax Randonnee Nederland) ab Merselo antworten

Berichte - verslagen - zum 600er Brevet Merselo 2012

Auf der Homepage von E.R.N. sind jetzt zwei Berichte und ein Memo von Jan van Osch erschienen.
Dem Bericht von JePe kann ich entnehmen, dass ich wohl nicht der Einzige war, der am Ijsselmeer - Houtribdijk einen "Tiefpunkt" erlebt hat. Wer etwas Niederländisch versteht, wird einen interessanten Bericht lesen und erfahren, wie man sich unterwegs als Randonneur fühlen kann. Danke an die niederländischen Freunde für die Berichte und die Fotos.

Hier ist der direkte Link: http://www.ern-ossendrecht.nl/verslagen/...-door-jepe.html

Gruß Werner

Nachtrag: Von Joop van Beek, der zu den Ersten gehörte, die am Sonntagmorgen um 11 Uhr 50 schon wieder in Merselo ankamen, gibt es hier einen Bericht: http://www.joopvanbeek.nl/joomla/index.p...chten&Itemid=10

Holger Offline

Forum-Profi

Beiträge: 654

13.08.2012 21:14
#50 RE: Brevets 2012 der ERN (Euraudax Randonnee Nederland) ab Merselo antworten

Zitat

PS: Nach ein paar Tagen der Ruhe kann ich mir vorstellen, dass ich irgendwann diesen Sommer die fehlenden 165 km von Lelystad bis nach Merselo noch mal fahren werde, um diesen 600er Brevet endgültig abzuschließen.



Glückwunsch Werner. Wider erwartend konnte ich doch nicht dabei sein. Aber dennoch die besten Glückwünsche zu dem nun doch vollendeten 600er Brevet.

Gut gemacht!

Tue zuerst das Notwendige,
dann das Mögliche,
und plötzlich schaffst Du das Unmögliche !

Joaquim Maria Machado de Assis

oder

Mach zuerst das Unmögliche möglich, dann erübrigt sich das Notwendige.
Kathrin Obert

Seiten 0 | 1 | 2
 Sprung  
Bilder hochladen

Xobor Forum Software von Xobor | Forum, Fotos, Chat und mehr mit Xobor